9. Renntag, 27. September 2011
Pünktlich um 19:40 hatten sich wieder 29 Starter zu unserem vorletzten Scudi-Kart-Cup 2011 eingefunden. Dass wir letztendlich dann doch mit 31 Karts unterwegs waren, lag daran, dass zwei unserer Mitstreiter wahrscheinlich keine Nebelscheinwerfer an Ihren KFZ besitzen, und somit anscheinend Schwierigkeiten hatten den Spreewaldring zu finden.
Denn das, was wir an diesem Renntag in Sachen Wetter erlebt haben, so haben mir einheimische berichtet, war schon ein besonders und nicht alltägliches Naturschauspiel. Einen Nebel in diesem Ausmaß gab es wohl schon seit längerem nicht mehr, hinzu kam noch die Besonderheit, dass dieser sich exakt auf Visierhöhe eingeschwebt hatte, was zwar zu einer trockenen Strecke, aber zu teilweise schwierigen Sichtverhältnissen geführt hat.
Aber da wir ja die Herausforderung lieben, und die meisten wahrscheinlich sogar blind noch unter 40 Sekunden fahren würden, stand pünktlich um 20 Uhr dem Start unseres Septemberlaufes nichts mehr im Wege.
„Normalerweise“ reichen angesprochene 40 Sekunden pro Runde locker aus, um sich einen Startplatz im Mittelfeld der 2. Gruppe zu sichern. Doch leider scheint sich Michael Jagnow, vorausgesetzt er hatte sich dieses Ziel gesetzt, ein wenig verkalkuliert zu haben. Denn seine 40,00 sicherte sich den Sieg im ersten Qualy, und damit einen Startplatz in der ersten Reihe des Rennens der A-Gruppe. Wobei ich denke, dass er damit sicherlich zufrieden war, konnte er sich doch gegen Namen wie Andreas Klatt, Rene Salatowsky, Lars, Martin, Torsten, Marcel und Rene Hammerl deutlich durchsetzen. Wobei hier noch einmal auf die Ironie hingewiesen werden sollte, denn „deutlich“ bedeutet, dass zwischen allen genannten gerade einmal 16/100 Sekunden lagen! Somit war die erste Hälfte des A und die erste Hälfte des B Rennens besetzt.
Denn unter anderem Thomas Ewert, Mike von Rüden und Denny Braun mussten leider den Weg in die zweite Gruppe antreten, hatten aber laut Thomas genug Motivation sich einen Aufstiegsplatz, zu sichern. Zitat Thomas: “Zur Not fahr ich halt wie Stock-Car“ Da er es in der Gegenwart von Heiko erwähnte, und die Vergangenheit sein faires Verhalten nie zu einem Anlass der Beschwerde geführt hat, wusste man, dass er seinen Startplatz anscheinend mit sprichwörtlichem Galgenhumor nahm.
Diese Art von Humor mussten leider auch zwei arrivierte Fahrer im zweiten Qualy an den Tag legen, denn die sonst regelmäßigen Stammgäste im vorderen Feld des A-Rennens, Stefan Marsch und Phillip Klatt verfehlten die erste Gruppe ebenso wie Max Eyck, der sich lediglich mit einer hundertstel Sekunde gegen Thomas Reimann geschlagen geben musste.
Gewonnen hat diese zweite Quali Michael Dell der mit seiner 39,84 den Überraschungszweiten Thomas Berndt hinter sich ließ. Auch er fuhr mit seiner 39,98 unter der magischen Schallmauer. Nach den einzigen beiden, die die 40 Sekunden-Marke geknackt hatten, wieder ein gewohntes, aber nicht minder spannendes Bild, Felix, Torsten Köhler, Markus, Oli und Dirk sicherten sich innerhalb einer dreiviertel Kartlänge, was 0,16 Sekunden entspricht, die begehrten Plätze im Rennen der Gruppe A.
Um noch einmal den Zahlenfreunden das knappe Ergebnis zu verdeutlichen, würde man die Startaufstellung anhand des zeitlichen Zieleinlaufes der beiden Qualy`s durchführen, müsste in der A Gruppe beim Start alle 23,5cm ein Kart stehen!
Um dieses knappe und ausgeglichene Niveau noch einmal zu verdeutlichen, fuhren im Rennen der Gruppe A die ersten neun innerhalb von 8 Sekunden ins Ziel, und das nach 20 Minuten inklusive zweier Boxen-Durchfahrten.
Und diese waren diesmal alles andere als leicht. Denn dank Martins spontaner „Umgestaltung“ der Poller-Anordnung inklusive Blechtonne im Qualy, befand sich genau am Bremspunkt in die Boxengassenschikane eine feuchte Stelle. Umso erstaunlicher, dass es an diesem Renntag nach meinem Wissen keine Strafe in Form einer erneuten Boxendurchfahrt gab.
Nach besagten 20 Minuten und 2 fehlerfreien Besuchen in der Boxengasse erkämpfte sich Felix knapp vor Torsten Köhler und Rene Salatowsky den Sieg im ersten Rennen der Gruppe A. Wobei er sich damit im Kampf um den Vize-Meister-Titel wichtige Punkte sicherte, und somit wahrscheinlich an diesem Renntag eine Vorentscheidung herbeigeführt hat. Sicherlich hat Torsten Bergholz rechnerisch noch Chancen, allerdings sind diese wohl gleichzusetzen mit der Chance, dass Sebastian Vettel noch Vize-Weltmeister wird.
Martin Skrzipietz konnte sich auch über Platz 7 freuen, war er doch punktetechnisch nur als Tourist unterwegs (warum wohl?) und nutze somit die Zeit einmal neue Bremspunkte auszuprobieren. (alle Beteiligten werden wissen was damit gemeint ist) Marcel, Thomas und Dirk konnten sich trotz vollen Einsatzes über die gesamte Renndistanz leider nicht gegen die unbeliebten Abstiegsplätze wehren, und mussten im zweiten Rennen den Gang in die nicht minder umkämpfte B-Gruppe antreten.
Diese wurde beim Start des ersten Rennens angeführt von Max Eyck, der sich aber noch innerhalb der ersten Runde nicht gegen Stefans Angriff wehren konnte. Ab diesem Zeitpunkt fuhr Stefan einem ungefährdeten Sieg in der ersten Gruppe entgegen, und sicherte sich damit den besten Startplatz der Aufsteiger im zweiten Rennen der Gruppe A. Den letzten Aufstiegsplatz sicherte sich Phillip Klatt, dicht gefolgt von Mike von Rüden mit gerade einmal 15/100 Abstand.
Das zweite Rennen der Gruppe A startete pünktlich um 22 Uhr, angeführt, aufgrund des umgedrehten Zieleinlaufes, von Rene Hammerl. Dass Martins „neue Bremspunkte“ nicht die schlechtesten zu sein scheinen, lässt die Tatsache vermuten, dass er innerhalb der ersten Runde von Platz 7 auf Platz 2 vorgefahren ist. Dass dies aber nur funktioniert, wenn man sich bei dem ein oder anderen eventuell ein bisschen anlehnen kann, zeigte die Tatsache, dass er unterm Strich dann doch „nur“ (für seine Verhältnisse) wieder auf dem 7 Platz ins Ziel gekommen ist. Wobei man hier sagen muss, dass er mit Kart 3 nicht unbedingt den Brenner erwischt hatte, und damit auch noch einmal unterstrich, dass Stefans Qualy-Ergebnis nichts damit zu tun hat, dass er jetzt als frisch gebackener Ehemann vorsichtiger unterwegs ist, sondern es mehr oder weniger dem Kart zuzuschreiben war.
Gewonnen hat den zweiten Lauf der Gruppe A Torsten Bergholz, der damit wiederum seine Ambitionen für den 3. Platz in der Meisterschaft unterstrich und sich um den Sieg in diesem Rennen ein heißes Duell mit Oli geliefert hat.
Felix sicherte sich den 5.Platz und durch die beim Zieleinlauf wild durcheinander gewürfelte Startaufstellung, auch den Gesamtsieg in der Gruppe A.
Dass es nicht Phillips Tag war, zeigte sich dadurch, dass er mit geplatztem Reifen den Weg in die Box antreten und einen Karttausch vornehmen musste, was dazu führte, dass es seit langem mal wieder jemanden gab, der im Ergebnis eine Runde Rückstand zu verkraften hatte. Wer ihn aber kennt, weiß dass er es wahrscheinlich mit Humor trägt und versuchen wird, seinem Vater halt im Saisonfinale am 22.10.2011 die benötigten 12 Punkte abzunehmen.
Im zweiten Rennen der Gruppe B hatte Mike mit 17/100 Sekunden wieder einen sehr knappen Abstand zu verbuchen, allerdings war es diesmal auf der für Ihn richtigen Seite, so dass er sich den ersten Platz im Rennen und somit den Gesamtsieg der Gruppe B erfahren, und seine Ambitionen für die Top 15 dieses Jahr untermauern konnte.
Zu guter Letzt noch ein Lob an Thomas Patzner, Marcus Böhme und Jens Perlen, die nach meinem Wissen das erste Mal an unserer tollen Serie teilgenommen haben.
Jeder der genannten drei hat es geschafft sich um mindestens eine halbe Sekunde pro Lauf zu steigern. Und das obwohl sie immer damit zu tun hatten keinen von den Erfahreneren behindern zu wollen und immer super fair Platz gemacht haben. Jens hat es sogar geschafft sich vom Qualy hin zum 2. Rennen um 1,5 Sekunden zu steigern, weiter so!
Alles in allem ging um 23:00 Uhr mit einer gut besuchten Siegerehrung ein schöner, harmonischer Renntag zu Ende, wenn es auch für den ein oder anderen ein durchwachsener Renntag war, der durch das Wetter in seinem Kuriosität noch einmal unterstrichen wurde.
Wir sehen uns hoffentlich alle gesund und munter beim Saisonfinale am Samstag den 22.10.2011 wieder, sicherlich mit dem ein oder anderen bekannten Gesicht aus anderen Rennserien.
| Gruppe 1 | Gruppe 2 | |
| Qualifikation | ||
| 1. Lauf | ||
| 2. Lauf |
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