8. Renntag, 16. August 2011

Tag der Premieren

Ich vermute bei keinem unserer anderen Renntage gab es so viele Premieren innerhalb von 3,5h wie bei diesem.
Unter anderem einen neuen Scudi-Rundenrekord, eine persönliche Bestzeit unter der „Schallmauer“, einen Gruppengewinner in einer für Ihn ungewohnten Gruppe und zu guter letzt einen überraschenden Tagessieger.
Aber mal ganz von vorne.

Dienstag 16.08.2011 Berlin Adlershof 19:00 Uhr, bedeckter Himmel, aber kein Regen. Autobahn A13 19:20 erste kleine Regentropfen auf der Scheibe, und die Hoffnung auf ein gutes Ergebnis werden sich bei dem ein oder anderen mit Sicherheit verschoben haben.
Waldow Spreewaldring 20 Uhr, pünktlich zum Start unseres Augustlaufes von Regen keine Spur.
„Glück gehabt“ mag sich der ein oder andere gedacht haben.

So startete das erste Quali mit 15 von 29 unerschrockenen Fahrern, die den Weg nach Waldow gefunden hatten.
Und auch wenn es wie eine alte Leier klingen mag, aber wieder einmal zeigte sich deutlich wie eng es in unserer, und man bemerke dass es eine Amateurserie ist, zugeht.
Die ersten 11 bewegten sich innerhalb von einer halben Sekunde. Die ersten sieben sogar innerhalb einer zehntel Sekunde. Was umgerechnet ca. einer dreiviertel Kartlänge entspricht. Trotz der Dichte in der Spitze schafften es wieder einmal die üblichen Verdächtigen sich eine Spitzenposition zu erfahren, allen voran Martin. Er vollbrachte das Kunststück, in der letzten Runde Michael Dell noch mit einer hundertstel Sekunde abzufangen. Hinter den beiden sortierte sich alles andere als unerwartet, und mit wiederum lediglich fünf hundertstel Sekunden Abstand Stefan Marsch ein, und sicherte sich damit einen Startplatz auf der Start und Ziel Geraden. Den letzten Startplatz
im begehrten 1. Rennen sicherte sich Andreas Klatt, der hinter zwei zeitgleichen Paaren auf dem 8. Platz mit lediglich 19 hundertstel Sekunden Rückstand auf Martin das Qualy beendete.
Und dann erlebten wir auch schon die erste Premiere des Tages. Denny Braun kann ein sicherlich lang ersehntes Ziel abhaken. Die magische 40-Sekunden-Marke ist geknackt, und damit sicherte er sich verdient hinter Rene Hammerl einen der vorderen Startplätze im 2. Rennen.

Motiviert und eventuell auch ein wenig geschockt von der Dichte in den ersten 10 Minuten, machte sich das zweite Qualy auf den Weg, wobei wohl jeder ein wenig hoffte, dass sein Kart eine ähnliche Performance wie im ersten Rennen erlaubt.
Die Abstände in den Zeiten waren hier allerdings etwas größer. Dazu sollte man aber sagen, dass dieses Ergebnis durch zwei Punkte ein wenig verfälscht wurde. Zum einen, dass Ronny mit Kart 2 nicht unbedingt zurechtkam, oder er sich mehr auf Dirk seine Tipp, was Motorsport und Frauen angeht, verlassen sollte… ;)
(Zitat von Dirk:“ Es hat Gründe warum Fußballer eine Nacht vorm Spiel nicht mehr zu Ihren Frauen dürfen…“)
Zum anderen, dass wir eine zweite Premiere erleben durften. Felix hat, laut meinen Recherchen, den (in) offiziellen Scudi-Runden-Rekord von Sascha Kahlow aus dem Saisonfinale 2010 geknackt. Dieser fuhr damals eine 39,17. Felix sicherte sich mit seiner 39,15 nicht nur diesen Rekord, sondern auch die Pole-Position für das Rennen der Gruppe A, dicht gefolgt von Vincent und den zeitgleichen Michael Dell und Jagnow.
Ronny konnte sich noch vor Dirk behaupten, und rettete sich als 7. Und somit letzter in die erste Gruppe. Dirk Lauth und Markus Einsporn sicherten sich mit Ihren Zeiten vordere Platzierungen in der zweiten Gruppe, und somit eine gute Ausgangssituation für einen Aufstieg in die Gruppe A.
Nur mal so am Rande, eine 39,87, die jedem Leihkartfahrer die Tränen in die Augen treiben würde, reichte nicht um sich einen Startplatz in der ersten Gruppe zu sichern!
Wahnsinn.

Angeführt von Felix und Martin in der ersten Reihe, eröffnete die erste Gruppe die vier folgenden Rennen und den Kampf um die heiß begehrten Meisterschaftspunkte.
Nach 30 Runden „schob“ Michael Jagnow mit einer zehntel Sekunde Abstand den Sieger der ersten Gruppe, Martin, über die Ziellinie.
Immer unter der Beobachtung von Felix, der mit einer Sekunde Abstand mit Sicherheit auf einen Fehler der beiden hoffte, diese sich aber nicht dazu hinreißen ließen.
Den vierten Platz, und damit die Pole-Position für das zweite Rennen sicherte sich Volker direkt vor Oliver Rodig.
Stefan Marsch und Mike von Rüden konnten im hinteren Drittel des Feldes die drei Absteiger der ersten Gruppe Vincent, Michael Dell und Ronny klar auf Distanz halten, und blieben somit ungefährdet auch im zweiten Rennen in der ersten Gruppe, und wahrten somit die Chance auf viele Meisterschaftspunkte.
Das Ronny mit 32 Sekunden Abstand zur Spitze auf dem letzten Platz landete ist mit Sicherheit nicht mangelndem Talent geschuldet. Sondern eher der Tatsache, dass sein Losglück ihn verlassen hatte und mit Kart Nummer 11 eher eine suboptimale Wahl getroffen hatte.

Das ebenso spannende Rennen der zweiten Gruppe gewann Rene Hammerl, gefolgt von Dirk Lauth, die sich damit den Aufstieg in die erste Gruppe sicherten, den letzten Platz für ein Ticket in das A-Rennen sicherte sich Marcus Einsporn, der Lars Harbeck distanzieren konnte, und sich damit auch eine gute Ausgangsposition für ein Top-Resultat erfuhr.
Einer der es aber heute wirklich wissen wollte war Denny, er verbesserte sein 39,90 aus dem Quali noch einmal auf 39,73. Leider reichte dies „nur“ für Platz 5, aber im teaminternen Rennen mit Thomas hatte er damit die sprichwörtliche Nase vorn.

Nach dem sortieren der beiden Gruppen und deren Ergebnisse aus dem ersten Rennen, startete die zweite Hälfte des Renntages.
Im zweiten Rennen der Gruppe A untermauerte Dirk Lauth mit der schnellsten Rennrunde, dass er kein Dauerabonnement für die zweite Gruppe buchen möchte.
Durch diese fahrerische Leistung hat er sich von Startplatz 14 auf 9 vorgearbeitet, und hat damit erfolgreich Schadenminderung, was die Jahrestabelle angeht, betrieben.
Richtig heiß umkämpft waren die Plätze 5 bis 10, die nach 30 Runden innerhalb von einer Sekunde über die Ziellinie fuhren. Den vordersten Platz dieses „Zuges“ sicherte sich Martin, der sich vehement mit teilweise stumpfen Waffen gegen Andreas seinen Druck erwehren musste.
Einen Start-Ziel-Sieg, und damit auch seinen ersten in der Gruppe A überhaupt, erfuhr sich Volker. Ermöglicht wurde dies durch ein wirklich, wirklich schnelles Kart, und ein Boxentraining im Quali. Dort entschied er sich, dass ihm die Anordnung der Schikane mal so gar nicht gefällt, und er testete, wie man alles schnellstmöglich und komplett mit Hilfe des Karts umgestaltet.
Den zweiten Platz in sicherte sich Felix, der sich gegen den dritten Oliver Rodig, gefolgt von Torsten Bergholz erfolgreich durchgesetzt hat.
Das Pech dieses Rennens hatte wohl Michael Jagnow gepachtet, der durch einen einzigen Fahrfehler mit dem letzten Platz dieses Rennens hart bestraft wurde. Zum „Glück“ war es das zweite Rennen, was ihm somit einen Abstieg ersparte.

Im zweiten Rennen der Gruppe B stand der Sieger vermeintlich schon vor dem Rennen fest, denn Ronny startete durch seinen unglücklichen Abstieg von Platz 3. Dieser setzte sich auch erwartungsgemäß vor Michael Dell und Vincent durch, und fuhr die schnellste Runde des Rennens.
Und um die kleine Geschichte am Rande fortzuführen, Denny konnte seinen Trend mit der „Schallmauer“ leider nicht fortsetzen. Ich vermute aber dass er trotzdem mit einem breiten Grinsen in die Nacht, und somit nach Hause fuhr.
Einen weiteren positiven Trend zeigt unsere einzige weibliche Teilnehmerin Ronja Assmann, die sich stetig von Lauf zu Lauf, unter der Anleitung von Ronny, weiter verbesserte, und ihr bestes Saisonergebnis einfuhr.
Weiter so!

Bei der Siegerehrung waren die Teilnehmer wieder einmal überschaubar.
Die bereits abgereisten verpassten den für Ronny ungewohnten Gruppensieg des B-Rennens, den überraschenden Sieg von Volker in der A-Gruppe und die mahnende Ansprache von Andreas, dass wir weiter Werbung für unsere Serie machen sollten, um diese auch in der Zukunft erfolgreich weiter führen zu können.
Unterm Strich war dieser Renntag auch gut für die Spannung in der Meisterschaft.
Martin wird aufgrund der Abstinenz von Andreas Kast zwar durch sein, allerdings bewerben sich Felix, Torsten und Volker mit untereinander gerade einmal 10 Punkten unterschied um den Vizemeistertitel. Auch Philipp und Stefan Marsch haben noch berechtigte Ambitionen auf das Jahrespodest. Wir werden sehen was die letzten zwei Rennen an Spannung zu bieten haben.

Ich denke an diesem Renntag, und auch an den Ständen in der Tabelle, sieht man nicht nur unsere Leistungsdichte, sondern auch die wirklich verdammt gute Arbeit von Heiko und seinem Team. Mit Sicherheit gibt es mal den ein oder anderen Ausreißer, nach oben sowie nach unten, aber in der Summe denke ich, kann man mal ein dickes Lob an das gesamte Mechaniker- und Streckenpostenteam aussprechen.

Leider kann einer unserer Stammfahrer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit uns seine Runden drehen. Deswegen denke ich, dass im Namen von uns allen, wir Thorsten Wunderlich die besten Genesungswünsche schicken, und hoffen, dass er uns bald wieder mit seiner Anwesenheit Freude bereitet.
Thorsten, vielen Dank für Deine tollen Rennberichte, und Deinen Einsatz in der Vergangenheit zum Erhalt dieser Serie. Wir wünschen Dir alles Gute für die Zukunft, und würden uns freuen Dich wieder in unserem Kreise begrüßen zu dürfen.

Gruppe 1 Gruppe 2
Qualifikation Qualifikation Gruppe 1 :: August 2011 Qualifikation Gruppe 2 :: August 2011
1. Lauf 1. Lauf Gruppe 1 :: August 2011 1. Lauf Gruppe 2 :: August 2011
2. Lauf 2. Lauf Gruppe 1 :: August 2011 2. Lauf Gruppe 2 :: August 2011