5. Renntag, 18. Mai 2010

So geht es nicht!

Erst kommt keine Erinnerungs-eMail von Andreas. Das ist ja schon ein Skandal an sich! Dann zeigt sich auf der Anfahrt nach Waldow nichts von dem tagelang prospektierten Regen östlich und südöstlich von Berlin.

Als pünktlicher Teilnehmer stellt man dann am Spreewaldring fest, daß Andreas gar nicht anwesend und immer noch kein Regen in Sicht ist. Es steigt das Gefühl auf, daß man vielleicht unter Vorspielung falscher Tatsachen nach Waldow gelockt wurde. Immerhin zwei Minuten vor Ablauf des Meldeschlusses erscheint Andreas. Etwas gehetzt sieht er aus. Faselt etwas von einem Stau. Hmmm.

Natürlich zieht sich der CheckIn der inzwischen fast 30 Teilnehmer nun noch etwas hin. Auf den letzten Drücker erscheinen noch ein paar Leute, auch ein weiterer Klatt (ich will hier ganz bewußt keine Namen nennen) bringt die Reifen seines Golf auf dem Parkplatz zum Blockieren ;-).

Letztendlich sind wir 32 Teilnehmer, was dazu führt daß wir in zwei Gruppen à 16 Startern fahren können. Das geht übrigens nur, weil Heiko und sein Team in der Lage sind 16 gleichermaßen hochwertig vorbereitete Karts anzubieten! Sehr schön, leider haben wir 30 Minuten der möglichen Zeitersparnis bereits am Start verpennt. Erst gegen 20:30 Uhr geht es endlich los. Wir sind uns einig, daß unserer einziger Neuzugang an diesem Tag, Fabian Teitge, erst nach der Veranstaltung über die genauen Modalitäten aufgeklärt zu werden braucht. Kleiner Scherz.

Immer noch kein Regen. Dafür sind die meisten etwas kribbelig, da sie 24-, 9- oder 6-Stundenrennen auf der Nordschleife, Mallorca und dem Spreewaldring in den Knochen haben. Mit unterschiedlichen Ergebnissen, aber jeder Menge Mitteilungsbedarf. So hört sich Benzin und Asphalt an.

Dann ging es um gezeitete Runden. In der ersten Qualigruppe, die ja mit komplett kaltem Material losfuhr, konnte sich Oliver Rodig mit einer konkurrenzlosen 39,47 an die Spitze setzen. Der erste bis zum siebten Platz waren innerhalb einer halben Sekunde, der erste bis zum 15. Platz innerhalb von neun Zehnteln vereint!

Ein ähnliche knappes Bild ergab sich in der zweiten Qualigruppe: Hier trennte die ersten vier gerade einmal sechs Hundertstel Sekunden (Michael Jagnow mit 39,62 eine Hundertstel vor Torsten Bergholz und dann Felix Budzisch und Martin Skripietz zeitgleich mit 39,68). Die ersten 14 Teilnehmer der zweiten Qualigruppe trennten weniger als neun Zehntelsekunden.

Aber wo blieb der Regen? Etliche Teilnehmer hatten sich bereits zu Beginn der Veranstaltung mit Regenoveralls ausgestattet, natürlich ausschließlich um der Kälte zu trotzen. Ja, der Wonnemonat Mai zeigte sich nicht von seiner allerbesten Seite...

Im ersten Rennen der Gruppe A konnte Oliver Rodig seine Pole Position mit einem Vorsprung von gut sieben Sekunden vor Andreas Kast ins Ziel fahren, dicht gefolgt von Torsten Bergholz. Die Plätze sechs bis zwölf überquerten die Ziellinie Stoßstange an Stoßstange, anders sind sieben Fahrer innerhalb von 1,26 Sekunden ja auch nicht zu erklären.

Vincent Ramm, Roger Wild und Thomas Reimann waren die Unglücklichen, die das zweite Rennen nicht mehr in der Gruppe A fahren durften.

Das erste Rennen der Gruppe B gewann Romano Schulz mit hauchdünnem Vorsprung vor Dirk Lauth, weitere 6,5 Sekunden dahinter folgte Michael Dell. Diese drei hatten intensiv um den Aufstieg in die Gruppe A gekämpft. Denny Braun, der sich eigentlich vorgenommen hatte in die nicht vorhandene Gruppe C abzusteigen und diese dann als einziger Fahrer zu gewinnen um seine Pokalsammlung zu erweitern, verendete wegen zu schneller Runden im hinteren Mittelfeld. Manch eine Strategie geht eben nicht auf, wenn man zu schnell unterwegs ist.

Dieser erste Lauf der Gruppe B wurde von einem ganz leichten Nieselregen begleitet, der nach der Zieldurchfahrt zu richtigem Regen mutierte. Sollte Andreas Euch also noch einmal erzählen wollen, daß Waldow ein Sonnenloch ist, dann glaubt ihm das auf gar keinen Fall!

Im zweiten Lauf der Gruppe A waren also nasse Streckenbedingungen ein Garant dafür, daß jeder alles geben mußte. Unter diesen Bedingungen kam es erstaunlicherweise zu weniger zusätzlichen Boxendurchfahrten wegen des Berührens der Schikane. Alle schienen hier besonders vorsichtig zu sein. Recht so. Selbst Dirk Lauth verstand es die Schikane in der Boxengasse bravourös zu meistern, konnte seiner Liebsten noch ein paar Luftküsse schicken und verendete dann im Reifenstapel hinter der Ziellinie. Zu viel geküßt? Wir werden es nicht herausfinden.

Andreas Kast gewann diesen Lauf souverän mit fast 13 Sekunden Vorsprung und verwies damit Torsten Bergholz und Martin Skripietz auf die Plätze. Die Aufsteiger Romano Schulz und Michael Dell konnten auf die Plätze sieben und acht vorfahren und auch für Dirk Lauth wäre deutlich mehr drin gewesen, wenn er weniger geküßt hätte ;-) Ich gebe ihm Recht, man muß einfach Prioritäten setzen und wer hätte da schon widerstehen können?

Im zweiten Lauf der Gruppe B trennte sich dann wieder einmal die Spreu vom Weizen: Während Lars Harbeck mit fast drei Sekunden Vorsprung auf Achim Zeim und fast fünf Sekunden auf Vincent Ramm hart umkämpft gewann, zeigte manch ein anderer kleinere, unwesentliche Mängel bei nasser Strecke. Anders lassen sich fast 6,5 Sekunden langsamere Rundenzeiten wohl nicht erklären. Ab sofort dürft Ihr mich den Regengott nennen! So geht’s jedenfalls nicht!

Es fiel auf, daß bei den aufgetretenen Crashs die geschwenkten gelben Flaggen durch deutliches Reduzieren der Geschwindigkeit ordnungsgemäß gewürdigt wurden und dadurch die Arbeit der Streckenposten erleichtert und unter sicheren Bedingungen ermöglicht wurde.

Was aber überhaupt nicht geht ist, daß die Crew des Spreewaldring-Kart-Centers, allen voran Heiko Brademann nach Abschluß des Renntages am Boden zerstört ist, weil einige wenige aus unseren Reihen es nicht verstehen, daß wir im Rahmen der Möglichkeiten einer Leihkartflotte exzellent vorbereitetes Material zur Verfügung gestellt bekommen. Bereits Tage vor unserem Termin wird die Eventflotte überprüft, abgestimmt, eingestellt und probegefahren. Bei kaum meßbaren Abweichungen (lag es am Kart oder am Fahrer, daß zwei Hundertstel zu viel auf der Uhr standen?) wird dann mit vollkommen unangemessenem Ton das Mißfallen gegenüber Heiko's Crew zum Ausdruck gebracht.

Ich bin fest davon überzeugt, daß dies nur der Tatsache geschuldet war, daß nicht jeder Teilnehmer des Scuderia-Kart-Cups mit dem richtigen Fuß zuerst aufgestanden ist, denn es ist aus meiner Sicht undenkbar, daß bei den Zeiten der beiden Qualifyings jemand ernsthaft über den Zustand eines Karts laut werden kann.

Vielleicht nochmal für alle:

  • JA, die Jungs in Waldow geben sich richtig Mühe und machen einen sensationellen Job.
  • NEIN, die Karts werden niemals alle identisch sein.
  • JA, wir fahren um eine Meisterschaft (jedenfalls einige von uns).
  • JA, wir tauschen die Karts während eines Renntages dreimal.
  • JA, Glück und Pech – wie wenig ausgeprägt auch immer – gleichen sich über die Saison aus.
  • NEIN, keiner hat ein Anrecht darauf immer das vermeintlich schnellste Kart zu haben.
  • JA, der gute Fahrer wird auch mit nicht optimalem Material schneller sein, als ein weniger guter Fahrer mit dem besten Kart.
  • JA, wir fahren mit LEIHKARTS.
  • JA, wir gehen höflich und respektvoll mit unseren Mitmenschen um.

Darüber hinaus ist es mir auch wichtig einmal daran zu erinnern, daß wir in Waldow nicht nur hervorragendes Material, sondern auch eine ganz ausgezeichnete Organisation und Betreuung vorfinden. Das ganze Paket ist super und wir alle wollen doch daß das auch so bleibt!

In diesem Sinne,
Thorsten Wunderlich (der Regengott)

Gruppe 1 Gruppe 2
Qualifikation Qualifikation Gruppe 1 :: Mai 2010 Qualifikation Gruppe 2 :: Mai 2010
1. Lauf 1. Lauf Gruppe 1 :: Mai 2010 1. Lauf Gruppe 2 :: Mai 2010
2. Lauf 2. Lauf Gruppe 1 :: Mai 2010 2. Lauf Gruppe 2 :: Mai 2010