Dezember-Funlauf in Kartland (Reinickendorf)

Schwere Jungs und leichte Mädchen

Unter diesem Motto hätte der Dezember Fun-Lauf des Scudi-Kart-Cups im Kartland in Reinickendorf stehen können, da erstmals das (fahrbereite) Gewicht der Teilnehmer ermittelt und bei Untergewicht bis zu einem Normalgewicht von 85 kg durch Ballast aufgefüllt wurde.

Zur Erheiterung aller 25 Teilnehmer diente dabei schon die Prozedur des Wiegens. Egal ob leichte Mädchen mit 63 kg, „Normalgewichtige“ mit drei Jacken auf der Waage, oder schwere Jungs mit 107 kg; jeder bekam seinen ihm zustehenden Lacher. Namen will ich hier ausnahmsweise einmal nicht nennen ;-) Darüber hinaus wurde vor dem Start des ersten Qualifyings auch besprochen, daß es eine Boxendurchfahrt mit zwei Stops, einem an der Boxeneinfahrt und einem in einem durch sechs Pylonen markierten Feld geben sollte. Zusätzlich wurde darauf hingewiesen, daß das Überfahren der die Boxenausfahrt von der Strecke trennenden weißen Linie unzulässig sei, um den Verkehr auf der Strecke beim Einfädeln nicht zu gefährden.

Nachdem jeder der mit Zusatzgewichten beladen werden sollte noch einen Aufkleber mit seiner persönlichen Zuladung erhalten hatte, ging es an das erstmalige Bestücken der Karts mit den Gewichten: allen Zweiflern zum Trotz gestaltete sich dieser Vorgang extrem unproblematisch, jeder Fahrer nahm dies selbst in die Hand, griff sich die erforderlichen Gewichte, stellte sie in den dafür vorgesehenen Schacht im Kart und los gings. Das ganze war ein zusätzlicher Zeitaufwand von wenigen Sekunden!!!

Wie immer hatte die erste Qualigruppe ein paar Runden mehr zu absolvieren bis die Reifen auf Temperatur kamen. Erst gegen Ende des ersten Qualifyings purzelten die Zeiten etwas. Immerhin konnten sich René, Torsten und Martin mit sehr niedrigen 27er Zeiten auf die Plätze eins bis drei schieben.
Nach dem Abstellen der Karts nahm jeder Fahrer selbst seine Gewichte aus dem Kart und somit vollzog sich der Fahrerwechsel praktisch ohne Zeitverzögerung.

Die ersten sechs Fahrer der zweiten Qualifyinggruppe (Stefan, Mike, Thomas, Lars, Felix und Janko) konnten dann - nicht zuletzt aufgrund der noch etwas wärmeren Reifen - Zeiten fahren, die schneller waren als die des drittplazierten der ersten Gruppe. Oder waren einfach die besseren Fahrer in der zweiten Gruppe???
Zumindest konnte Stefan schon mal als einziger im Qualifying mit einer 26,916 unter den 27er Zeiten bleiben und sich damit verdient die Pole erkämpfen.

In der Tagesgesamtwertung der ersten Gruppe siegte Stefan Marsch dann auch souverän mit zwei ersten Plätzen vor Torsten Köhler und Martin Skrzipietz.
Relativ eindeutig fielen auch die Sieger der zweiten Gruppe aus, mit jeweils einem ersten und einem zweiten Platz in den Rennen einigten sich Dirk Lauth und Michael Jagnow darauf, daß Dirk den Tagessieg mit der schnelleren gefahrenen Runde verdient und beide verwiesen Michael Rudolph mit zwei dritten Plätzen auf den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Auffällig war, daß in der ersten Gruppe immerhin sieben von dreizehn Fahrern in der Lage waren 26er Zeiten zu fahren, während dies keinem der Teilnehmer in der zweiten Gruppe gelang. Dies zeigt meines Erachtens nicht nur, daß wir mit einem gut durchdachten Wertungssystem unterwegs sind, sondern daß auch die Karts im Kartland Reinickendorf in hervorragendem Zustand und optimal gleichmäßig vorbereitet sind.

Die ausgezeichneten Bedingungen, die wir im Kartland Reinickendorf vorfinden, lassen auch mit der nunmehr erstmals getesteten Variante der Boxendurchfahrt den Mangel an Überholmöglichkeiten auf der Strecke leider nicht ganz vergessen. Gleichwohl bietet uns die Boxendurchfahrt nun eine Chance den Rennablauf ein wenig zu beeinflussen.

An dieser Stelle sei auch einmal ausdrücklich den Verantwortlichen und Mitarbeitern des Kartland Reinickendorf für die hervorragende Organisation und das Eingehen auf die Wünsche des Scuderia-Kart-Cups gedankt! Die ruhig und geordnet verlaufenden Fahrerwechsel sind trotz des Aus- und Einladens der Zusatzgewichte extrem kurz und dank der Disziplin aller Beteiligten inzwischen fast auf dem Niveau von Langstreckenrennen! Davon profitieren wir alle, da die Reifen nicht unnötig lange abkühlen und die Gesamtdauer der Veranstaltung im Rahmen bleibt.

Einzig die Kommunikation scheint noch verbesserungsfähig zu sein: Die Anzahl der zu absolvierenden Boxendurchfahrten schien nicht jedem Teilnehmer klar zu sein. So wurden im ersten Rennen aus Unkenntnis (ich nenne keine Namen!) bzw. Unvermögen (das war ich!) freiwillig zusätzliche Boxendurchfahrten absolviert. Jeder verschenkt die Plazierungen halt so gut er es kann ;-)

Abschließend möchte ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich Andreas für seine Zeit und sein Engagement bei der Organisation des Scuderia-Kart-Cups danken! Eine Scudi-Saison ist lang und es ist im Allgemeinen schwer jemanden zu finden, der so mit Herz und Seele dabei ist wie Andreas. Mit ihm steht und fällt der Erfolg dieser Veranstaltung und ohne ihn würde sie nicht einmal halb so viel Spaß machen!

Ich wünsche allen ein ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr und in die Scudi-Kart-Saison 2010!