6. Renntag, 16. Juni 2009

Die üblichen Verdächtigen
Zum Juni-Renntag des Scudi-Kart-Cup erschienen 42 altbewährte, darunter einige müde und einige neue Gesichter. Einige der Teilnehmer waren am 77-Stunden Rennen in Jüterbog mitgefahren und so war zunächst einmal erheblicher Gesprächsbedarf vorprogrammiert.

Aufgrund der Anzahl der Teilnehmer wurde entschieden, das Experiment mit nur zwei Gruppen zu wagen. Ein wenig später als geplant ging es dann für beide Gruppen ans Qualifying, wobei es ein Novum zu bestaunen gab: Andreas fragte die Anwesenden, ob jemand Einwände dagegen habe, daß Dete aufgrund seiner Knöchelverletzung mit dem Krankenfahrstuhl (Behinderten-Kart, Gas und Bremse am Lenkrad) teilnimmt, was natürlich nicht der Fall war. Keiner rechnete ernsthaft damit, daß er sich als der wahrscheinlich schnellste Behinderte Berlin-Brandenburgs erweisen würde...

Die Zeitnahme funktionierte diesmal einwandfrei, aber...
Im Qualifying der beiden Gruppen erwiesen sich leider fünf oder sechs Karts der Event-Flotte als den anderen nicht annähernd ebenbürtig, so daß sich der eine oder andere völlig unerwartet in der zweiten Hälfte des Teilnehmerfeldes einreihen mußte. Besonders drastisch traf es Andreas, dessen erstes Kart nicht einlenken wollte, das zweite noch vor dem Absolvieren der ersten Runde mit einem Herzstillstand auf der Strecke stehen blieb, das dritte sich mit akutem Herzversagen gerade noch in die Notaufnahme retten konnte und er nach 10 Minuten kaum eine nur annähernd angemessene Zeit gefahren war.
Ebenfalls ohne Gegenstimmen wurde daher beschlossen, ihn mit einem gelosten (vierten) Kart noch einmal für sechs Runden auf die Strecke zu schicken, damit er eine ernsthafte Chance erhält eine angemessene Qualifikationszeit zu fahren. Schon am Ende der ersten gezeiteten Runde fuhr er wild gestikulierend an der Boxenmauer vorbei, auch sein vierter Griff, war einer ins Klo...

Wir alle wissen wie ärgerlich es ist wenn man sich nicht für die erste Gruppe qualifizieren kann, obwohl man vom Potential eigentlich dort hingehört. Die Punkte-Chancen sind dann gedeckelt (bei zwei Gruppen noch viel drastischer als bei drei Gruppen) und der Renntag schadet den Ambitionen hinsichtlich der Jahreswertung oder muß von vornherein als Streicher angesehen werden. Im Mittel wird das jedem der Top-Fahrer einmal während der Saison passieren, so daß es sich in etwa ausgleicht, innerhalb eines Renntages gleich vier nicht konkurrenzfähige oder gar nicht funktionierende Karts am Stück zu ziehen ist aber sicherlich deutlich zu viel des Guten.
Unter dem Strich war nach dem Qualifying aber dennoch wieder eine (nicht ganz vollständige) Ansammlung die üblichen Verdächtigen vorne um sich in der ersten Gruppe herumzuschlagen. Nach den beiden Rennen der ersten Gruppe verdichteten sich die Tabellenführenden jeweils auf den vorderen sechs Platzierungen und als Tagesgesamtsieger der ersten Gruppe wurde am Ende des Tages Andreas Kast gekürt. In der zweiten Gruppe war Achim der Tagesgesamtsieger.

Dete, der schnellste Behinderte Berlin-Brandenburgs, fuhr im ersten Rennen auf den sechsten Platz und erreichte eine Rundenzeit von 40,38 s! Hut ab! Die Blindenbinde wurde ihm von Stefan insofern nicht ganz zu Recht zur Verfügung gestellt, gleichwohl sorgte sie für allseitige Belustigung. Am zweiten Rennen nahm Dete allerdings nicht mehr teil, da er die kritische Bremsaktion vor der Schikane vor dem Renneinsatz nicht mehr „erlernen“ konnte und niemanden behindern wollte.

Bemerkenswert war, daß es bis auf zwei oder drei kleinere Offroad-Einlagen ohne Feindberührung zu keinen nennenswerten Zwischenfällen kam, was zeigt, wie diszipliniert trotz der großen Starterfelder von jeweils 21 Karts gefahren wurde! Das zeigt auch, daß man an so manchem Renntag mit zwei Gruppen auskommen könnte, wenn denn die Voraussetzungen seitens einer gleichmäßig schnellen Kartflotte gegeben sind. Im Interesse aller die am nächsten Morgen früh raus müssen wäre es allemal. Nachteilig ist, daß es aufgrund des großen Starterfeldes und der erforderlichen Boxendurchfahrten so gut wie gar nicht mehr möglich ist zwischen Überrundungen und Platzierungskämpfen zu unterscheiden, was dazu führt, daß die Führenden schon mal unabsichtlich aufgehalten werden können.

Andreas darf sich trösten, so ärgerlich wie seine Kartwahl diesmal ausfiel, ist es im schlimmsten Fall doch nur ein Streichergebnis. Viel besser, als sich die vier schlechten Karts auf vier Renntage zu verteilen, oder?

Wir freuen uns bereits jetzt auf den nächsten Renntag in Waldow, dann mit funktionierender Zeitnahme UND gleichmäßigen Karts und wieder dem inzwischen gewohnt guten Wetter :-)

  Gruppe 1 Gruppe 2
Qualifikation Qualifikation 1 :: Juni 2009 Qualifikation 1 :: Juni 2009
1. Lauf 1. Lauf Gruppe 1 :: Juni 2009 1. Lauf Gruppe 2 :: Juni 2009
2. Lauf 2. Lauf Gruppe 1 :: Juni 2009 2. Lauf Gruppe 2 :: Juni 2009